Interview mit Annabell Krämer, FDP | 06.12.2019

Die tourismuspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Annabell Krämer hat im Interview mit dem Tourismusverband Schleswig-Holstein Fragen rund um die Tourismuspolitik in Schleswig-Holstein beantwortet.

Aus welchen Gründen engagieren Sie sich als tourismuspolitische Sprecherin Ihrer Fraktion?

Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, dass ich in einem Land leben und arbeiten darf, wo andere ihren Urlaub verbringen. Schleswig-Holstein hat so vielfältige touristische Facetten, weshalb die Branche zu Recht zu den wichtigsten in unserem Land zählt. Der Tourismus erwirtschaftet fast 10% unseres BIP. Das ist gerade für mich, die auch die Finanzpolitik für die Freien Demokraten verantwortet, ein bemerkenswerter Beitrag. Für mich persönlich ist es daher wichtig, dass wir die Stärken des Tourismus mit Verstand und Weitsicht weiter ausbauen, sodass sowohl die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner als auch unsere Gäste aus aller Welt die Schönheit unseres Landes genießen können.

Welche tourismuspolitischen Ziele verfolgen Sie für Schleswig-Holstein?

Oberstes Ziel ist natürlich, dass der Tourismus im Land weiterhin attraktiv bleibt – sowohl für unsere Gäste als auch insbesondere für die Schleswig-Holsteinerinnern und Schleswig-Holsteiner als Wirtschaftsfaktor und Arbeitsplatz. Die Fortführung der Tourismusstrategie leistet dazu schon einen wichtigen Beitrag. Ich möchte den Fokus aber auch noch mehr auf die Bereiche legen, durch die Schleswig-Holstein ganz besonders hervorstechen kann, wie zum Beispiel den nachhaltigen und naturnahen Binnenlandtourismus oder einen noch stärkeren und attraktiveren Wassertourismus. Bei allen Punkten ist es mir aber besonders wichtig, dass wir von vornherein alle Beteiligten mitnehmen, um das Bewusstsein für den Wert des Tourismus zu wahren.

Konnten Sie persönliche Erfolge für den Tourismus erzielen? Wenn ja, welche?

Als tourismus- und finanzpolitische Sprecherin freue ich mich darüber, dass wir die institutionelle Förderung für die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH innerhalb der letzten 3 Jahre nahezu verdoppeln konnten. Minister Dr. Bernd Buchholz konnte uns davon überzeugen, dass die Mittelerhöhung von 1,8 Mio. Euro in 2017 auf nun 3,3 Mio. Euro in 2020 gut investiertes Geld sind.

Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie für das Urlaubsland Schleswig-Holstein?

Schleswig-Holstein ist bei vielen für Strand und Meer bekannt, hat aber noch viel mehr zu bieten: Urlaub auf dem Land oder naturnah in ruhiger Umgebung, Wellness und Entspannung, Tagungs-, Hochzeits- und Kongresslocations – um nur einiges zu nennen. Diese Schätze müssen wir heben und bewerben, um Schleswig-Holstein zu einer Ganzjahresdestination zu machen. Dabei muss auch noch stärker auf das Auslandsmarketing gesetzt werden. Denn in diesem Bereich gibt es noch enorme Potenziale fürs Land. Gleichzeitig muss auf einen schonenden und nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen geachtet werden, um gar nicht erst fälschlicherweise einen Eindruck des Overtourismus entstehen zu lassen.

Welche Themen im Tourismus lassen sich nicht bewegen?

Ich gehe Herausforderungen und neue Themen immer sehr optimistisch an. Daher möchte ich nicht von vornherein sagen, dass bestimmte Dinge nicht gehen. Natürlich gibt es hier und da dicke Bretter, die gebohrt werden müssten. Aber dazu bin ich bereit. Keine Herausforderung ist zu groß, um es nicht wenigstens zu probieren.

Wie beurteilen Sie den Dialog mit touristischen Akteuren? Sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten?

Der regelmäßige Austausch mit allen Akteuren ist das A und O für eine erfolgreiche Zukunft des Tourismus. Da ich das Amt der tourismuspolitischen Sprecherin unserer Fraktion ja erst kürzlich übernommen habe, plane ich auch für das kommende Jahr eine ausführliche Tour durch die Tourismusbranche im Land. Dabei möchte ich nicht nur mit den Verbänden, Kommunen und Unternehmern sprechen, sondern insbesondere auch mit den Arbeitnehmern und Menschen vor Ort ins Gespräch kommen. Denn nur wenn wir miteinander reden und uns Probleme, Bedenken oder Wünsche bewusst machen, können wir gemeinsam Lösungen finden. Ich werde auf jeden Fall ein offenes Ohr im Gepäck haben.