Munition im Meer
Das Bundesumweltministerium investiert 102 Millionen Euro in ein bis 2025 laufendes Sofortprogramm zur Entwicklung einer Plattform für die großflächige Bergung und Entsorgung von Munitionsaltlasten im Meer.
Zentraler Bestandteil des Programms sind Pilotbergungen in der Lübecker Bucht. Diese dienen dazu, Erkenntnisse über den Zustand der geborgenen Munition zu gewinnen. Diese fließen direkt in die Entwicklung einer innovativen, mobilen und schwimmenden Entsorgungsanlage ein.
Am Ende des Projektes soll ein Prototyp dieser Anlage stehen, mit der Munition direkt auf See sicher und umweltfreundlich vernichtet werden kann - eine Möglichkeit, die es bisher nur an Land gibt. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt zum Schutz unserer Meere und zum Erhalt der marinen Ökosysteme.
Engagement des TVSH
Der TVSH begrüßt diese positive Entwicklung und hat sich bereits im Vorfeld des Sofortprogramms intensiv dafür eingesetzt. So hat der Verband das „Forderungspapier Munition im Meer und Tourismus“ verfasst und sich damit an die Politik gewandt. Darin forderte der TVSH eine ausreichende Finanzierung in Höhe von 100 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2023, um die Bergung der 1,6 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee sicherzustellen.
Darüber hinaus pflegt der TVSH den Austausch mit den touristischen Akteuren in der Lübecker Bucht und versteht sich als Sprachrohr gegenüber der Landes- und Bundespolitik. Er setzt sich weiterhin für eine großflächige Munitionsräumung ein - unter anderem im Rahmen des Aktionsplans Ostseeschutz 2030.
Hintergrund
In der deutschen Nord- und Ostsee lagern Altlasten von rund 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe, die während des Zweiten Weltkrieges bei Kriegshandlungen versenkt oder danach verklappt wurden. Da die Munition im Meer nach mehr als 70 Jahren zunehmend korrodiert und dabei immer mehr giftige Chemikalien freisetzt, müssen dringend Mittel und Wege gefunden werden, die Munitionsaltlasten zeitnah und großflächig zu beseitigen. Neben den Folgen für Natur und Umwelt stellt die Munition im Meer auch eine Bedrohung für den Tourismus in Schleswig-Holstein dar. Neben den direkten Auswirkungen auf den Küstentourismus ist ein Imageschaden zu befürchten. Eine großflächige Räumung ist aus Sicht der Tourismusakteure alternativlos.
Weiterführende Informationen
Aktionsplan Ostseeschutz 2030
Im Rahmen des Aktionsplans Ostseeschutz 2030 soll mit Nachdruck die Beseitigung von Munitionsaltlasten vorangetrieben werden.