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10. Nord- und Ostsee von Munitionsaltlasten befreien

In der Nord- und Ostsee lagern rund 1,6 Millionen Tonnen konventionelle Munition sowie etwa 5.000 Tonnen chemische Kampfstoffe aus dem Zweiten Weltkrieg. Durch die fortschreitende Korrosion gelangen zunehmend Schadstoffe wie TNT in die Meeresumwelt. Die Munitionsaltlasten stellen damit eine wachsende Gefahr für Natur und Umwelt, aber auch für den Tourismus in Schleswig-Holstein dar. 

Strand- und Badeurlaub zählen zu den wichtigsten Urlaubsmotiven und Aktivitäten der Gäste und prägen das touristische Angebot an Nord- und Ostsee maßgeblich. Saubere und sichere Küstengewässer sind daher eine zentrale Voraussetzung für die Attraktivität und das positive Image Schleswig-Holsteins als Urlaubsland. 

Die bisherigen Pilotbergungen in der Lübecker Bucht haben gezeigt, dass eine großflächige Bergung technisch grundsätzlich möglich ist, ohne zusätzliche Umweltbelastungen zu verursachen. Umso wichtiger ist es, die begonnenen Maßnahmen dauerhaft finanziell abzusichern und konsequent fortzuführen. Nur so lassen sich die Küstenökosysteme schützen und die langfristige Grundlage für einen attraktiven und sicheren Küsten- und Wassertourismus erhalten.

Maßnahme von zentraler Bedeutung:

  • Das Land Schleswig-Holstein muss sich gegenüber dem Bund mit Nachdruck für eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung der großflächigen Bergung von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee einsetzen und sich zugleich angemessen an der Finanzierung beteiligen. Mit der Bergung der Munitionsaltlasten werden Umwelt und Bevölkerung geschützt sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Schleswig-Holstein langfristig gesichert. Die Bergung von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee sollte zur „Chefsache“ des Ministerpräsidenten oder der Ministerpräsidentin werden.

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